Freitag, 28. März 2008

Exportgarantie für Illisu-Staudamm wackelt

Bereits am 19. März beteiligten wir uns an einer Protestaktion gegen das Illisu-Staudammprojekt am Tigris, das in der Region um Batman bis zu 50.000 Menschen mit Vertreibung bedroht, die Überschwemmung 9000 Jahre alter Kulturschätze bedeutet, das Ökosystem der Region gravierend stört und Wasserkonflikte mit Irak und Syrien heraufbeschwört. Mit der Kurdenfrage hängt das Projekt insofern zusammen, als dass die Regierung Erdoğan das Projekt als Lösung für die wirtschaftliche Unterentwicklung der Region anpreist. KritikerInnen sehen die Staudammprojekte im Rahmen des GAP-Programms als gezielte Versuche die politische Organisationsfähigkeit der KurdInnen zu zerstören, da die Vertriebenen aus ihrer politischen und kulturellen Heimat entwurzelt werden.
Die Verwirklichung dieses im Rahmen des seit Jahrzehnten geplanten Illisu-Damms hängt unter anderem an einer deutschen Exportkreditbürgerschaft für die Firma Züblin, die im Baukonsortium beteiligt ist.

Nachdem ein Expertenbericht am 5.3.2008 aufgezeigt hatte, das viele der vereinbarten Auflagen nicht eingehalten werden, überprüft nun die Bundesregierung ihre Exportgarantie.

Zahlt sich nun der jahrelange Widerstand der Bevölkerung und internationaler NGOs gegen das Staudammprojekt aus?

Von der Überschwemmung bedroht: Jahrtausendealte Kulturschätze in Hasankeyf.

Internationale AktivistInnen haben bei einer Protestaktion am 19.3.2008 Bäume in ein Feld in der Nähe Hasankeyfs gepflanzt.

Hintergrundinfos zum Staudammprojekt gibt es in einer Informationsbroschüre der NGO weed und in einem arte-Film.

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